Das Hotel Idol in Paris

Voll aufdrehen

In der französischen Modemetropole hat 2015 eine Pilgerherberge für Fans des Motown-Sounds eröffnet – mit „lauter“ Interieur aus der Ära von Funk und Soul.

Von außen wirkt das Gebäude in der Rue d’Edimbourg Nr. 16 ziemlich unscheinbar. Doch hinter den massiven, wettergegerbten Steinmauern wummern satte Bässe, wird auf Jazzpianos geklimpert und hemmungslos dem Funk gefrönt. Hotelier Yann Gasparini kombinierte nämlich mit dem „Idol“ seine Leidenschaft als Gastgeber in einem echten Boutique-Schmuckstück mit seiner Liebe für die Musik der 60er- bis 80er-Jahre.

Dieser spannenden, unvergessenen Ära ist das ganze Hotel gewidmet, voller Reminiszenzen an die Jazz- und Soulgrößen jener Zeit, etwa Dinah Washington oder Louis Armstrong. Jede Ecke, jeder Winkel, selbst die Möbel scheinen hier im Takt von „Move On Up“ von Curtis Mayfield zu wippen. Gleich die Lobby erinnert mit ihren bunt vertäfelten Wänden, den Vinylplatten in den Regalen und einer Leuchte aus vergoldeten Trompeten eher an einen Jazzclub der Seventies als an ein Hotel.

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Ungewöhnlich und spektakulär geht es auch in den 27 Zimmern und 5 Suiten weiter. Benannt sind sie alle nach berühmten Alben der Label Stax Records und Motown, bei denen etwa Künstler wie Leroy Hutson oder die legendäre Band Earth, Wind & Fire unter Vertrag standen. Die Einrichtung steht dieser vielfältigen, mitreißenden Musik in nichts nach. Man spürt den Spaß, den die französische Innenarchitektin und Künstlerin Julie Gauthorn bei der Gestaltung jedes Raumes gehabt haben muss. Ihr Rezept: ein bisschen bei den 50ern abgeguckt, ein wenig von den 70ern und alles mit reichlich Disco-Glamour gesampelt. Bunte Fliesen im Bad, Glitzertapete im Salon, Plastikstühle in knalligem Orange, Rot oder Grün.

Während eingefleischte Minimalisten mit totaler Reizüberflutung kämpfen dürften, kommt allen anderen bei diesem Anblick bloß eines anerkennend über die Lippen: Groovy, baby! Zur Einstimmung auf einen Aufenthalt lohnt sich übrigens ein Blick in die hauseigene Playlist, die von Yann Gasparini und dem französischen DJ François Mazza (aka DJ Maz) exklusiv für das Hotel Idol zusammengestellt wurde. Voll aufdrehen? Ausdrücklich erwünscht! Alle Zimmer sind aufwendig schallisoliert.

Fotos: Celine Demoux; Agence Laurent & Laurence; Hotel Idol Paris