Roadtrip durch die Normandie

Küste, Kunst und Kulinarik

Rund 500 Einwohner zählt der kleine Küstenort Benerville-sur-Mer, nur wenige Kilometer vom berühmten Seebad Deauville entfernt. Die Kirche aus dem 11. Jahrhundert ist St. Christopher geweiht. Über den breiten Sandstrand fegt nicht selten eine steife Brise. Trotzdem (oder vielleicht gerade deshalb) hat das Kleinod im normannischen Département Calvados das Kreativ-Team von Pierre Cardin geradezu magisch angezogen – für das Fotoshooting zur Kampagne der Herbst/Winter-Kollektion 2016/2017. Neben wunderbaren Aufnahmen und jeder Menge Making-of-Material ist dabei auch ein kleiner Reiseführer à la Pierre Cardin entstanden.

Meer, Geschichte und exklusive Speisen: Die Normandie hat unendlich viel zu bieten. Claude Monet malte in der westfranzösischen Region einige seiner bedeutendsten Werke. Die jüngere, erschütternde Geschichte Europas wird hier ebenso greifbar: Teile des einstigen, durch die Nationalsozialisten erbauten Atlantikwalls erlauben heute einen friedlichen, atemberaubenden Blick auf die Côte Fleurie. Auch das Pays d'Auge ist nicht weit.

Bilderbuch-Orte wie Calvados und Camembert verleihen nicht nur feinsten Spezialitäten ihre Namen. Die weltweit begehrten Delikatessen werden auch bis heute nach traditionellen Rezepturen hier hergestellt. In einem der vielen Hofläden können Gourmet-Fans täglich halt machen, um die zahlreichen Gaumenfreuden der Region zu versuchen.

Neugierig geworden? Dann begleiten Sie uns auf einen fünftägigen Trip mit vielen kulturellen und kulinarischen Highlights. Bon voyage – et bon appétit!

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Tag 1: Adieu Paris, bonjour Honfleur!

Von der französischen Hauptstadt aus starten Sie frühmorgens mit dem Auto in Richtung des rund 75 Kilometer entfernten Giverny. In der 500-Seelen-Gemeinde lebte Claude Monet von 1883 bis zu seinem Tod 1926. Sein Wohnhaus und Atelier sowie die romantischen Gärten stehen heute Besuchern offen. Dort können Sie den Seerosenteich und die japanische Holzbrücke bestaunen, die den Maler zu seiner berühmtesten Gemäldeserie inspirierten. Eines der Werke wurde vor wenigen Jahren für knapp 52 Millionen Euro bei Christie’s versteigert.

Für ein Mittagessen bietet sich das Le Moulin de Fourges an, eine 200 Jahre alte Mühle, in der schon mancher Prominente und Politiker wie François Hollande und Hillary Clinton zu Gast waren.

Am Nachmittag geht es weiter in die historische Altstadt von Rouen. Den Sonnenuntergang sollten Sie im historischen Hafen von Honfleur verfolgen, bis Sie im kleinen Boutique-Hotel La Chaumière erholsamen Schlaf finden.

Tag 2: Von Honfleur nach Fécamp

Fahren Sie in Richtung Nordosten und lassen Sie sich an der Steilküste von Étretat den kalten Atlantikwind um die Nase wehen. Genießen Sie zum Mittag eine der vielen lokalen Fischspezialitäten, zum Beispiel in der Brasserie La Flottille, bevor es weiter nach Fécamp geht. In der Stadt am Ärmelkanal sollten Sie eine Tour durch das Palais Bénédictine nicht versäumen. In dem historischen Gemäuer samt Destillerie haben Benediktinermönche bereits im 16. Jahrhundert den „Bénédictine“-Likör aus 27 geheimen Kräutern und Gewürzen formuliert. Diverse Verkostungen und Connoisseur-Workshops werden zwischen 12 und 95 Euro pro Person angeboten.

Tag 3: Von Trouville nach Port-en-Bessin

Auf Ihrem Weg zu den legendären „D-Day“-Stränden streifen Sie die noblen Belle-Époque-Villen in Trouville. Ein Spaziergang über die Promenade von Deauville ist das selbstverständliche Muss dieses Tages. Halten Sie danach an einer der vielen Destillerien, etwa bei Calvados Christian Drouin auf dem Gut Coeur de Lion und verkosten Sie die diversen Calvados-Sorten. Wer lieber Käse mag, sollte etwas südlich bei einer Käserei (z. B. der Fromagerie Durand in Camembert) haltmachen. Die Geschichte der Käsekunst in der Normandie reicht bis in die Antike zurück als Frankreich noch gallische Kolonie Roms war (bis auf ein Dorf, versteht sich).

Bestaunen Sie am späten Nachmittag des dritten Tages im Bayeuxmuseum außerdem einen 69 Meter langen und 350 Kilogramm schweren Bildteppich aus dem 11. Jahrhundert, der historische Schlachtszenen zwischen Engländern und Normannen zeigt, und checken Sie für die nächsten beiden Nächte im Hotel Château la Chenevière in Port-en-Bessin ein. Das prachtvolle 5-Sterne-Anwesen mit Orangerie, großer Parkanlage und Golfangebot hat nicht nur die bequemsten Betten der Region, sondern verwöhnt seine Gäste auch in zwei Restaurants mit regionalen Spezialitäten - direkt von der Weide oder vom Fischkutter.

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Tag 4: Von Port-en-Bessin nach Caen

Für den Strandabschnitt, an dem am D-Day, dem 6. Juni 1944, die alliierten Streitkräfte landeten, sollten Sie einen ganzen Tag einplanen. Neben Utah und Omaha Beach, wo alte Militärfahrzeuge und Flugzeuge als stille Zeitzeugen mahnen, gibt es den Friedhof Cimetière US Colleville und das Mémorial-Museum in Caen mit diversen Ausstellungen vom Zweiten Weltkrieg bis zum Kalten Krieg zu entdecken. Für eine kleine Stärkung lohnen sich die Cafés in Utah Beach. Probieren Sie unbedingt das handgemachte Buttergebäck und die Karamell-Leckereien. Die Butter der Region genießt schließlich Weltruf und besitzt ein eigenes Prädikat.

Tag 5: Mont-Saint-Michel

Das Inselstädtchen Mont-Saint-Michel gehört zu den absoluten Attraktionen der Normandie und wirkt im Morgennebel wie die Festung in einem Fantasy-Film. Je nach Gezeiten können Sie das kleine Eiland zu Fuß oder mit dem Auto über den Zubringer ansteuern. Beim Spaziergang durch die alten Gassen eröffnet sich so manche kulinarische Offenbarung: Neben Fisch, Omelette und Crêpes (z. B. im La Sirene) müssen Sie unbedingt ein paar frische Austern probieren. Sie gehören zu den besten Europas.

Weitere Infos & Tipps: normandie-tourisme.fr

Bilder: Eric Sander - Monet Garten (1), L.Durand-Calvados-Tourisme (2), Mémorial de Caen Frontage and the Seward Johnson Sculpture (4), Mont Saint Michel (5)